Strange Brigade im Test – Im Koop schießt es sich am besten

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Strange Brigade – Das hat uns gefallen

Strange Brigade erfindet eigentlich nichts neu und bildet einen soliden Shooter. Alle Modi des Spiels können Solo, aber auch in einer Gruppe von bis zu vier Spielern absolviert werden. Während die Story vollkommen unwichtig erscheint und als netter Zusatz angesehen werden kann, bietet der Story-Modus an sich dennoch sehr viel Spielspaß, wobei er erst durch Freunde sein volles Potenzial entfaltet. Als Einzelspieler musste ich spätestens nach der zweiten Kampagnen-Mission Ersteinmal den Controller beiseite legen und eine kleine Pause einlegen, da mir das repetitive Gameplay zu eintönig wurde, daran konnten auch die unterschiedlichen Rätsel nichts ändern. Aber als wir in der Redaktion als Koop-Partner unterwegs waren, verflogen die Stunden wie im nichts. Es hat deutlich mehr Spaß gemacht die vielen versteckten Geheimnisse des Levels zu entdecken, die vielen verstreuten Rätsel zu lösen und natürlich die Horden an Gegnern zu erledigen. Auch der Horde-Modus zog uns voll in seinen Bann und so waren wir in einer Partie mehr als zwei Stunden damit beschäftigt Wellen an Untoten niederzustrecken, ohne die Lust daran zu verlieren.

Zudem wird eurer Geschehen stets von einem Kommentator begleitet, so wie wir es eigentlich nur aus Sportspielen kennen. Alles was ihr im Spiel macht, wird mit einem bissigen Humor untermalt, was uns nicht nur einmal während unseres Tests ein Schmunzeln entlocken konnte. Wem der Erzähler jedoch stört, der kann diesen auch im Optionsmenü das Mundwerk verbieten. Auch die vielfältigen Gebiete haben uns während unserer 14 stündigen Spielzeit der Story-Kampagne durchaus gefallen und boten für viel Abwechslung. So müssen wir uns den Weg durch Ausgrabungsstätten, Ruinen, Höhlen, Pyramiden, Dschungel, Dörfer und mehr schießen und nebenbei Jagd auf versteckte Vasen oder Schätze machen. Überhaupt sind wir mehr damit beschäftigt in jedem Winkel nach versteckten Katzenvasen zu suchen, als uns mit den Untoten Horden zu beschäftigen, die in den ersten Missionen nichts weiter als Kanonenfutter darstellen, erst im späteren Verlauf zieht der Schwierigkeitsgrad in einem angenehm langsamen Tempo an und bringt uns ins Schwitzen. Vor allem durch die abwechslungsreiche Gegnerpalette wird der Schwierigkeitsgrad immer fordernder, denn neben den Standard Untoten und Skeletten bekommen es die Spieler mit Mumien, die kleinere Feinde beschwören können, Skorpionen, gepanzerten Einheiten, steinernen Wesen, aggressiven Minotauren, explosiven Käfern und mehr zu tun. Mit den entdeckten Katzenvasen, von denen es insgesamt sechs pro Level gibt, öffnen wir einen geheimen Raum kurz vor dem Endboss und sammeln zusätzliches Gold ein, welches uns erlaubt neue Waffen, Pistolen und Granatenarten zu kaufen. Jeder Charakter greift auf dasselbe Waffenarsenal zu und vor jeder Mission oder an Checkpoints lässt sich die Ausrüstung ändern.

Lediglich durch die individuellen Spezial-Fähigkeiten erlangen die Charaktere etwas an Persönlichkeit. Nalangu Rushida zum Beispiel springt in die Luft und entfesselt eine Druckwelle, die jeden Gegner im Umkreis pulverisiert. Zudem bewegt sie sich schneller als die anderen Charaktere und heilt sich selbst, sobald sie einen Gegner im Nahkampf erledigt. Professor Archimedes De Quincey lässt einen verheerenden Skarabäus-Schwarm auf die Gegner los, wodurch diese zu Staub zerfallen und als Archäologe sieht er Schatzkisten, welche den anderen Helden verborgen bleiben. Gracie Braithwaite zieht die Feinde mit spektralen Bandagen zu sich und stößt diese mit einer gewaltigen Explosion wieder von sich. Zudem sind ihre Granaten viel schneller wieder einsatzbereit als bei den anderen Charakteren und ihre Nahkampfangriffe richten zusätzlichen Umgebungsschaden an. Als letzter Charakter der Gruppe ist Frank Fairburne in der Lage die Gegner in die Luft zu schleudern und explodieren zu lassen. Darüber hinaus hat er mehr Lebensenergie als die anderen Charaktere und seine Kopfschüsse lösen eine Explosion aus.

Auch die vielen unterschiedlichen Rätsel haben uns sehr gut gefallen und brachten etwas Abwechslung in den sonst so eintönigen Shooter Alltag. Mal gilt es versteckte Hieroglyphen zu entdecken und in der richtigen Reihenfolge in die Tür zu ballern oder Schlangenköpfe miteinander zu verbinden oder Laserstrahlen richtig auszurichten, um geheime Passagen oder Räume zu öffnen und dahinter Relikte oder Runen zu finden. Habt ihr vier Relikte einer bestimmten Sammlung gefunden, dann erhaltet ihr einen Fähigkeitspunkt, welchen ihr dazu verwenden könnt einem Charakter eine neue Spezial-Fähigkeit freizuschalten. Mit den gefundenen Runen könnt ihr eure Waffen mit zusätzlichen Boni versehen, wie zum Beispiel mehr Schaden, Feinde einfrieren oder zu verbrennen und so weiter.