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TV & Serien – Fargo: Staffel 2

Das skurrile Verbrechen ist zurück

Die erste Staffel Fargo konnte letztes Jahr durch ihre Originalität nahezu jede Auszeichnung abräumen und beweisen, dass die lange totgeglaubte Form der Miniserie nun wieder ein Markstein des Fernsehens ist. Nun ist die Anthologie-Serie aus dem Hause FX zurück und die Schöpfer bleiben dem Prinzip treu: Eine Lüge nach der nächsten.

Fargo2

Dieses Mal verschlägt uns die Handlung in das Jahr 1979. Die deutsche Familie Gerhardt regiert seit Jahren die kriminellen Machenschaften im ländlichen Fargo im Bundestaat North Dakota. Als das Familienoberhaupt einen Schlaganfall erleidet, ringen die drei Söhne Rye, Dodd und Bear um die vakante Führungsposition. Rye, der jüngste Sohn des Gerhardt-Klans, startet einen Erpressungsversuch, um seinen Stellenwert für die Familie unter Beweis zu stellen. Dieser Versuch endet jedoch in einem Massaker mit drei Toten und dem Verschwinden von Rye. Damit fällt der Startschuss für die Ermittlung der Polizei. State Trooper Lou Solverson, der zusammen mit seinem Chef und Schwiegervater arbeitet, macht sich die Aufklärung dieses rätselhaften Verbrechens zur Lebensaufgabe. Hinzu kommt ein Syndikat aus Kansas City, das Wind von der Situation der Gerhardts bekommen hat und anstrebt ihren Einflussbereich in Fargo zu übernehmen. Mitten in die Verstrickungen dieser drei Parteien gelangen die Blumquists, ein durchschnittliches Paar bestehend aus der Frisörin Peggy und dem Metzger Ed.

Old but Gold

Fargo3Mit dem neuen Setting kommt auch ein neuer Stil daher. Noch nie hat die Zeit der Krisen, Umbrüche und Veränderungen besser ausgesehen als hier. Statt staubiger Optik glänzen die 70er in Fargo durch ästhetische Oldtimer, die stilvolle Garderobe und die aparten Frisuren der Frauen. Auch im Hinblick auf die Schnitttechnik haben die Schöpfer eine neue Art gefunden, besondere Situationen optisch kreativer darzustellen. Arg absurde Dialoge kommen auch diesmal nicht zu kurz. Ganz im Stile der Coens treten verrückte Verschwörungstheoretiker auf, anscheinende UFO-Sichtungen werden geschildert und es wird wie wild aus der Bibel zitiert. So wird die brillant geschriebene Handlung, die doch recht bodenständig wirkt, durch herausstechende Ereignisse bereichert, die mit einer Prise schwarzem Humor durchzogen sind. Die zweite Staffel hat mit der ersten kaum was zu tun, bis auf die Tatsache, dass Lou Solverson der Vater von Molly, der Polizistin aus der ersten Staffel, ist. Lediglich das Intro wurde beibehalten. Ebenso wie in der bisherigen Staffel verzichtet man auf ein klassisches Intro. Stattdessen wird zu Beginn jeder Episode wieder der „Dies ist ein wahre Geschichte-Text“ eingeblendet und lässt damit direkt wieder die eiskalte und verlogene Atmosphäre der Serie aufkommen.

 

Die Sukzession von Thornton, Freeman & Co

Um die komplexen Persönlichkeiten der Serie darstellen zu können, braucht man Schauspieler und zwar sehr gute. Der ambitionierte Polizist und treue Familienvater Lou Solverson wird hervorragend von Patrick Wilson verkörpert. Sein direkter Vorgesetzter Hank Larsson, der zugleich sein Schwiegervater ist, wird von Ted Danson dargestellt. Mit dabei sind außerdem noch Kirsten Dunst, Jesse Plemons, Kieran Culkin und Nick Offerman. Sogar Bruce Campbell, der durch seine Rolle in der Horrorreihe Tanz der Teufel bekannt wurde, bekommt seinen Gastauftritt als damaliger Präsidentschaftskandidat Ronald Reagan.

Fazit 

Wen die wenigen Ungereimtheiten in der ersten Staffel gestört haben, der wird sich hier freuen. Die zweite Staffel Fargo experimentiert mit genialen neuen Ideen und schafft es dabei nahezu perfekt zu wirken.  Diese Staffel zählt zu den besten Erzeugnissen, die die Fernsehlandschaft in den letzten Jahren zu bieten hatte und hat den Maßstab für eine gute Serie auf ein komplett neues Niveau gehoben. Die dritte Staffel wurde offiziell schon bestätigt, doch fragt man sich, wie die Leistungen der bisherigen beiden Staffeln noch getoppt werden können. Schließlich kann der Schnee kaum noch blutiger werden.

Bilderquelle: FX
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